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Awareness-Konzept: Vorlage & Checkliste für Clubs und Events

Ein Awareness-Konzept legt fest, wer bei Übergriffen ansprechbar ist, wie eine Rettungskette ausgelöst wird und was danach geschieht. Dieser Beitrag liefert eine Vorlage in 10 Bausteinen mit Mustertext und Feldern zum Ausfüllen, dazu die Checkliste fürs Team und die Wiener Pflicht ab 300 Besucher:innen als Beispiel.

Fernando Di Matteo 9 Min. Lesezeit Aktualisiert: 3.10.2026
Awareness-Konzept: Vorlage & Checkliste für Clubs und Events

Ein Awareness-Konzept ist ein Leitfaden für Ihre Veranstaltung, der Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Maßnahmen während des Events festlegt – und darin eine klar definierte Awareness-Rettungskette. So beschreibt es die Stadt Wien. Die Vorlage in diesem Beitrag richtet sich an Clubs, Festivals, Veranstaltende und Fachschaften, die ein eigenes Konzept aufbauen oder ein bestehendes prüfen wollen. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026.

Ob ein Awareness-Konzept verpflichtend ist und was es enthalten muss, hängt vom Veranstaltungsort ab. In Wien gilt seit dem 1. Juli 2026 unter bestimmten Bedingungen eine Einreichpflicht; auf Deutschland oder die Schweiz lässt sich diese Regel nicht übertragen. Die Bausteine und die Checkliste hier sind eine Planungshilfe für Ihre eigene Prüfung, keine Rechtsberatung und kein Fachkonzept für Ihre Location.

Was gehört in ein Awareness-Konzept?

Ein nutzbares Konzept beantwortet zuerst fünf Fragen:

  • Wer hilft? Benannte Ansprechpersonen mit Rolle, Schicht und Vertretung.
  • Wie erreicht man sie? Ein verständlicher Auslösemechanismus und ein verlässlicher Kommunikationsweg.
  • Was geschieht danach? Eine Rettungskette für Begleitung, Schutz, medizinische Hilfe und Übergaben.
  • Wo findet Unterstützung statt? Ein bekannter Anlaufpunkt und die Möglichkeit, eine belastende Situation zu verlassen.
  • Was wissen Gäste und Team? Sichtbare Hinweise, Einweisungen und erreichbare Kontakte.

Als gesetzliche Mindestinhalte nennt die Stadt Wien für die Veranstaltungsanmeldung: Name der Veranstalter:in, Namen und Funktionen der Awareness-Beauftragten, Beschreibung der Rettungskette, wie sie ausgelöst wird und wie Besucher:innen informiert werden. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026. Der Plan muss zu Räumen, Besucherzahl, Öffnungszeiten und Personal Ihrer Veranstaltung passen.

Vorlage: Awareness-Konzept in 10 Bausteinen

Übernehmen Sie die Bausteine in dieser Reihenfolge und ersetzen Sie die Felder in [eckigen Klammern] durch Ihre Angaben. Ein Musterformular für die Anmeldung in Wien stellt die MA 36 der Stadt Wien bereit; es ist nicht verpflichtend, ausgefüllt erfüllt es aber laut Stadt Wien die gesetzlichen Mindestanforderungen. Abruf: 03.10.2026.

1. Veranstaltung und Verantwortliche

Zweck: Das Konzept ist eindeutig einer Veranstaltung und einer Person zugeordnet. Halten Sie fest: Name der Veranstalter:in, [Name der Veranstaltung], [Ort und Location], [Datum und Uhrzeiten], [Zahl der Besucher:innen, die gleichzeitig teilnehmen können], [verantwortliche Person mit Telefonnummer]. Die Besucherzahl ist keine Formalie: In Wien entscheidet sie mit darüber, ob ein Konzept nötig ist und wie viele Awareness-Beauftragte zu bestellen sind.

2. Leitbild und Grundsätze

Zweck: Das Team handelt nach denselben Regeln, auch wenn die Situation heikel wird. Der fzs-Leitfaden nennt als Grundprinzipien unter anderem die Definitionsmacht der betroffenen Person, Parteilichkeit, Freiwilligkeit – „Betroffene entscheiden selbst, was sie brauchen“ – und Vertraulichkeit, „Keine Weitergabe ohne Zustimmung“. Übernehmen Sie diese Sätze als Mustertext oder formulieren Sie Ihre eigenen: „Wir nehmen Betroffene ernst und handeln nur, wenn sie das möchten. Wir geben nichts weiter, was uns im Vertrauen erzählt wurde. Wir dokumentieren nicht identifizierend.“ fzs: Leitfaden für Awareness-Teams, Abruf: 03.10.2026.

3. Awareness-Beauftragte und Schichtplan

Zweck: Jede Veranstaltungsminute hat eine zuständige Person. Tragen Sie ein: [Namen der Awareness-Beauftragten], [Funktion im Team], [Schichtzeiten], [Erreichbarkeit während der Veranstaltung], [Vertretung bei Abwesenheit]. Die Stadt Wien beschreibt Awareness-Beauftragte als „klar benannte und jederzeit erreichbare Ansprechpersonen für Besucher*innen einer Veranstaltung sowie für andere bei einer Veranstaltung tätige Personen, die einen Übergriff melden oder Unterstützung benötigen“. Stadt Wien: Awareness-Beauftragte, Abruf: 03.10.2026.

Als Beispiel für die Größenordnung dient die Wiener Staffel: ab 300 gleichzeitig möglichen Besucher:innen eine Person, ab 600 zwei, ab 1.000 drei, ab 2.000 vier, ab 3.000 fünf, ab 4.000 sechs; ab 5.000 ist eine verhältnismäßige Zahl im Konzept festzulegen. Zumindest jede zweite beauftragte Person muss weiblich sein, und Awareness-Beauftragte müssen mit jederzeit empfangsbereiten Kommunikationsgeräten für den Notfall ausgestattet sein. Sie dürfen andere Funktionen wahrnehmen, wenn die Awareness-Tätigkeit dadurch nicht behindert wird. LGBl. für Wien Nr. 33/2025, § 26 Abs. 5 und 6, Abruf: 03.10.2026.

4. Anlaufpunkt und Rückzugsort

Zweck: Betroffene können eine belastende Situation verlassen und bekommen Ruhe und Begleitung. Legen Sie fest: [Anlaufpunkt, etwa Bar oder Awareness-Point], [Rückzugsort innerhalb oder außerhalb der Stätte], [Wer begleitet], [Was dort bereitsteht]. In Wien gibt es keine Pflicht für eigene Rückzugsorte; aus dem Konzept muss aber hervorgehen, wie betroffene Personen aus einer unangenehmen oder unsicheren Situation herausbegleitet werden – ein Rückzugsort innerhalb der Stätte ist möglich. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026. Die Bauhaus-Universität Weimar empfiehlt den Organisator:innen ihrer Veranstaltungen einen Rückzugsraum mit Wasser und Leitungswasser an jeder Bar. Bauhaus-Universität Weimar: Awareness Team, Abruf: 03.10.2026.

5. Auslösung der Rettungskette

Zweck: Ein Hilferuf startet den Ablauf ohne Umwege. Beschreiben Sie: [Auslösemechanismus, zum Beispiel ein Codewort], [Ansprache an Bar, Security oder Awareness-Beauftragte], [Telefonnummer oder Funkkanal]. Die Rettungskette „wird durch einen vorab festgelegten und an die Besucherinnen kommunizierten Auslösungsmechanismus, zum Beispiel die Nennung eines Codewortes, gestartet“; Ziel ist es, „betroffene Besucherinnen umgehend aus der Belästigungssituation zu bringen“. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026.

6. Ablauf der Rettungskette

Zweck: Nach dem Auslösen handelt das Team nach einem geübten Schema. Ein übernehmbarer Ablauf:

  1. Annehmen und zuhören. Hilferuf ernst nehmen, die zuständige Person verständigen. Die betroffene Person entscheidet, was sie braucht – der fzs-Leitfaden formuliert die Frage „Was brauchst du gerade?“ und: nur handeln, wenn die Person es möchte. fzs: Leitfaden für Awareness-Teams, Abruf: 03.10.2026.
  2. Bedarf klären. Unterstützung, Abstand, Rückzugsort oder medizinische Hilfe organisieren.
  3. Begleiten oder herausbegleiten. Die Person auf Wunsch an einen sicheren Ort bringen.
  4. Übergeben. Die weitere Betreuung eindeutig an Sanität, Erste Hilfe oder Begleitpersonen übergeben.
  5. Notruf. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder fehlender Ansprechbarkeit sofort 112 rufen. Bei Eskalation möglichst nicht allein handeln, sondern eine zweite Person dazuholen, wie es der fzs-Leitfaden rät.

7. Zusammenarbeit mit Security, Bar und Sanität

Zweck: Im Notfall zählt, wer welche Aufgabe übernimmt. Klären Sie schriftlich: [Wer ruft 112], [Wer empfängt den Rettungsdienst am Zugang], [Wie werden Security und Bar eingebunden], [Wer ist notfalls ansprechbar, etwa Orga, Erste Hilfe oder Sicherheitsdienst], [Wie geht das Team mit Gästen um, die selbst auffällig werden]. Ähnliche Punkte nennt der fzs-Leitfaden für die Vorbereitung: Schichtplan, Materialien, Anlaufpunkt, Rückzugsraum, Erreichbarkeit des Teams und wer notfalls ansprechbar ist, etwa Orga, Erste Hilfe oder Sicherheitsdienst. fzs: Leitfaden für Awareness-Teams, Abruf: 03.10.2026.

Briefing von Barpersonal und Security vor der Cluböffnung

8. Information der Gäste

Zweck: Gäste wissen vorher, wie Hilfe ausgelöst wird. Hängen Sie aus und halten Sie fest: [Wo hängen die Hinweise aus, etwa Eingang, Bar, Toiletten], [In welchen Sprachen], [Wie wird die Rettungskette ausgelöst], [Wie lautet die Ansprache]. In Wien gehört zur Information der Besucher:innen ausdrücklich, wie die Rettungskette ausgelöst wird. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026. Ein möglicher Aushang: „Sie fühlen sich unwohl oder brauchen Unterstützung? Sprechen Sie unser Bar- oder Awareness-Team an.“

Awareness-Hinweis an einer Clubbar

9. Verdacht auf K.-o.-Tropfen

Zweck: Auch bei einem Verdacht auf K.-o.-Tropfen bleibt die Hilfe unabhängig von irgendeinem Nachweis. Regeln Sie: [Erste Ansprache und Begleitung], [Wann 112 gerufen wird], [Wer medizinische Versorgung und Spurensicherung anspricht], [Wo Getränketests stattfinden, falls angeboten]. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder fehlender Ansprechbarkeit muss sofort 112 gerufen werden. Sprechen Sie medizinische Versorgung und eine mögliche Spurensicherung früh an; ein Test oder ein Beweis ist keine Voraussetzung für Hilfe. Symptome erlauben keine sichere Substanzdiagnose. Woran sich ein Verdacht festmacht, erklärt unser Artikel zu Wirkung, Symptomen und Anzeichen; über die zeitlichen Grenzen des Nachweises informiert Wie lange K.-o.-Tropfen nachweisbar sind.

10. Nachbereitung und Dokumentation

Zweck: Aus jedem Vorfall lernt die Veranstaltung, ohne Betroffene bloßzustellen. Festzuhalten sind: [Gesprächsnotiz nur mit Zustimmung und nicht identifizierend], [Beobachtungen zur Situation und zum Verhalten], [Organisatorische Lücken und deren Behebung], [Termin für die Nachbesprechung im Team]. Der fzs-Leitfaden rät, bei Eskalation das Verhalten zu dokumentieren – ausdrücklich nicht identifizierend. fzs: Leitfaden für Awareness-Teams, Abruf: 03.10.2026.

Team, Ausstattung und Schulung

Awareness-Team: Aufgaben und Ausstattung

Aufgaben: Während der Veranstaltung aktiv gegen diskriminierendes oder übergriffiges Verhalten vorgehen, Betroffene unterstützen und auf Beratungsstellen hinweisen – so beschreibt die Bauhaus-Universität Weimar die Arbeit ihres Teams. Dazu kommen das Zuhören, das Klären des Bedarfs und das Begleiten bis zur Übergabe. Bauhaus-Universität Weimar: Awareness Team, fzs: Leitfaden für Awareness-Teams, Abruf: 03.10.2026.

Ausstattung: Jederzeit empfangsbereite Kommunikationsgeräte für den Notfall sind in Wien vorgeschrieben. LGBl. für Wien Nr. 33/2025, § 26 Abs. 5 und 6, Abruf: 03.10.2026. Praktisch sind zusätzlich: [Telefon oder Funk], [Notizmaterial], [Wasser für den Rückzugsraum], [Kontaktkarten mit örtlichen Anlaufstellen]. Bei Veranstaltungen der Bauhaus-Universität Weimar sollen mindestens zwei Personen des Teams anwesend sein. Bauhaus-Universität Weimar: Awareness Team, Abruf: 03.10.2026.

Schulung und Einweisung

Zweck: Niemand übernimmt die Aufgabe ohne Vorbereitung. Die Mitglieder des Weimarer Teams sind in einem Workshop geschult. Bauhaus-Universität Weimar: Awareness Team, Abruf: 03.10.2026. Inhalt einer Einweisung sind mindestens: Grundprinzipien aus Baustein 2, der Ablauf der Rettungskette, die Rollen von Security und Bar und der Notruf 112 bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder fehlender Ansprechbarkeit. Wiederholungen passen zu Personalwechseln, zur Veranstaltung und zu festgestellten Lücken; ein festes Schulungsintervall schreibt dieser Beitrag nicht vor. Anregungen für Schulungen und Prävention bietet die Präventionskampagne des Frauennotrufs Marburg, Abruf: 03.10.2026.

Hilfsmittel mit klaren Grenzen

Ausstattung unterstützt das Team, ersetzt aber weder Betreuung noch medizinische Hilfe.

HilfsmittelPraktischer EinsatzDarauf achten
Hinweisschilder und KontaktkartenAnlaufstellen und Hilfewege sichtbar machenKontakte, Schichten und Sprachen aktuell halten.
GetränkeabdeckungenDirekten Zugriff auf ein Glas erschwerenSie prüfen den Inhalt nicht und ersetzen keine Betreuung.
GetränkeschnelltestsAls ergänzendes Angebot an einer betreuten StelleOriginalanleitung und Testgrenzen kennen; Hilfe nicht vom Ergebnis abhängig machen.

Der NHS North Tees and Hartlepool beschreibt die variable Genauigkeit kommerzieller Schnelltests; entscheidend sind geprüfte Daten zur konkreten Produktversion. Der DrinkCheck-Teststreifen erkennt 6+ Substanzen, darunter GHB, Ketamin, Scopolamin, Kokain, Methamphetamin und Amphetamin; ein negatives Ergebnis ist keine Sicherheitsgarantie. Wie zuverlässig DrinkCheck ist, steht in K.-o.-Tropfen-Schnelltest: Wie zuverlässig ist DrinkCheck?. Einzelbestellungen laufen über die Seite K.-o.-Tropfen-Teststreifen, größere Mengen über Konditionen für Großbestellungen.

Für kommunale Veranstaltungen hilft unsere Planungshilfe für Stadtfeste bei Ausgabepunkten und Zuständigkeiten. Die Gästevorbereitung ergänzt Checkliste zum Schutz vor K.-o.-Tropfen.

Ist ein Awareness-Konzept Pflicht? Das Beispiel Wien

Das hängt vom Veranstaltungsort ab. In Wien müssen Veranstalter:innen seit dem 1. Juli 2026 bei der Veranstaltungsanmeldung ein Awareness-Konzept einreichen, wenn die Veranstaltung ab 300 Besucher:innen hat und alle vier Bedingungen erfüllt sind: Tanzfläche oder Stehplatzbereich vor der Bühne, Alkoholausschank, musikalische Darbietungen und ein Ende nach 21 Uhr. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026.

Zum Konzept gehören auch die Awareness-Beauftragten: nach der Staffel in Baustein 3, jederzeit erreichbar und mit Kommunikationsgeräten ausgestattet. LGBl. für Wien Nr. 33/2025, § 26 Abs. 5 und 6, Stadt Wien: Awareness-Beauftragte, Abruf: 03.10.2026. Kann bei einer behördlichen Kontrolle kein Konzept vorgelegt werden, obwohl die Pflicht besteht, kann das laut Stadt Wien ein Verwaltungsstrafverfahren nach sich ziehen. Stadt Wien: Awareness-Konzept, Abruf: 03.10.2026. Die Mindestinhalte schreiben keine Getränketests vor.

Die Wiener Vorgaben gelten nicht automatisch für Deutschland oder die Schweiz. Prüfen Sie mit der zuständigen Veranstaltungsbehörde, was an Ihrem Standort gilt. Einzelheiten zur Wiener Regelung bündelt unser Artikel zur Awareness-Konzept-Pflicht in Wien 2026. Für Hochschulen und Fachschaften gibt es eine eigene Checkliste für die Erstiwoche; Fragen zum deutschen Stoffrecht behandelt Betäubungsmittelrecht für Clubbetreiber.

Checkliste vor dem Event

  • Veranstaltung, verantwortliche Person und erwartete Besucherzahl sind im Konzept eingetragen.
  • Awareness-Beauftragte sind pro Schicht benannt, erreichbar und haben eine Vertretung.
  • Auslösemechanismus und Ablauf der Rettungskette sind schriftlich festgelegt und geübt.
  • Bar, Security und Sanität kennen ihre Rollen, inklusive Anruf 112 und Empfang des Rettungsdienstes.
  • Anlaufpunkt und Rückzugsort sind bekannt, inklusive Begleitung und Ausstattung.
  • Gäste finden verständliche Hinweise, die auch die Auslösung der Rettungskette erklären.
  • Für den Verdacht auf K.-o.-Tropfen sind Ansprache, Notrufkriterien und der Hinweis auf Spurensicherung geklärt.
  • Örtliche medizinische und beratende Anlaufstellen sind hinterlegt.
  • Für angebotene Hilfsmittel liegen Anleitung und Hinweise zu ihren Grenzen bereit.
  • Eine Nachbesprechung ist eingeplant; Dokumentation erfolgt nur mit Zustimmung und nicht identifizierend.

Gehen Sie die Liste vor der Öffnung gemeinsam durch. Ein kurzer Probedurchlauf vom Auslösen der Rettungskette bis zur Übergabe zeigt, wo eine Nummer, eine Vertretung oder eine Zuständigkeit fehlt.

Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Planungshilfe und ersetzt keine Prüfung der örtlichen Anforderungen und kein auf die Location abgestimmtes Fachkonzept.

© Bormann Bioscience LLC

Häufige Fragen

Was gehört in ein Awareness-Konzept?
In Wien sind Mindestinhalte vorgeschrieben: wer veranstaltet, wer als Awareness-Beauftragte ansprechbar ist, wie die Rettungskette abläuft und ausgelöst wird und wie Gäste davon erfahren. Sinnvoll sind außerdem Anlaufpunkt, Zusammenarbeit mit Bar, Security und Sanität, der Umgang mit Verdachtsfällen auf K.-o.-Tropfen und eine Nachbereitung. Die Vorlage im Artikel fasst das in 10 Bausteinen.
Gibt es eine Vorlage für ein Awareness-Konzept?
Ja, die 10 Bausteine im Artikel sind eine Vorlage zum Übernehmen, mit Mustertext und Feldern in eckigen Klammern. Für Wien stellt die MA 36 zusätzlich ein Musterformular bereit; es ist nicht verpflichtend, ausgefüllt erfüllt es aber laut Stadt Wien die gesetzlichen Mindestanforderungen.
Ist ein Awareness-Konzept Pflicht?
Das hängt vom Veranstaltungsort ab. In Wien ist seit 1. Juli 2026 bei der Veranstaltungsanmeldung ein Awareness-Konzept ab 300 Besucher:innen einzureichen, wenn Tanzfläche oder Stehplatzbereich vor der Bühne, Alkoholausschank, musikalische Darbietungen und ein Ende nach 21 Uhr zusammenkommen. Auf Deutschland oder die Schweiz lässt sich diese Wiener Regel nicht übertragen; prüfen Sie die örtlichen Anforderungen.
Was macht ein Awareness-Team?
Das Team ist während der Veranstaltung klar benannte und erreichbare Ansprechstelle für Gäste und Mitarbeitende, die einen Übergriff melden oder Unterstützung brauchen. Es hört zu, klärt den Bedarf, begleitet betroffene Personen aus der Situation, arbeitet mit Security, Bar und Sanität zusammen und holt sich bei Eskalation eine zweite Person dazu.
Wie viele Awareness-Beauftragte braucht eine Veranstaltung?
In Wien gilt ab 300 gleichzeitig möglichen Besucher:innen eine Person, ab 600 zwei, ab 1.000 drei, ab 2.000 vier, ab 3.000 fünf und ab 4.000 sechs; ab 5.000 ist eine verhältnismäßige Zahl im Konzept festzulegen. Zumindest jede zweite beauftragte Person muss weiblich sein. Außerhalb Wiens legen Sie die Zahl nach Größe, Ablauf und Schichten Ihrer Veranstaltung fest.
Gehören Schnelltests ins Awareness-Konzept?
Pflicht sind sie nicht: Die Wiener Mindestinhalte schreiben keine Getränketests vor. Wer sie anbietet, sollte Anwendung und Grenzen kennen und die Hilfe nie vom Ergebnis abhängig machen. Ein negatives Testergebnis ist keine Sicherheitsgarantie.

Quellen

  1. Stadt Wien: Awareness-Konzept (Leitfaden, Mindestinhalte, Rückzugsorte) wien.gv.at · Abgerufen am
  2. Stadt Wien, MA 36: Musterformular Awareness-Konzept wien.gv.at · Abgerufen am
  3. LGBl. für Wien Nr. 33/2025: Änderung des Wiener Veranstaltungsgesetzes 2020 (§ 26 Abs. 5 und 6) ogd.ris.bka.gv.at · Abgerufen am
  4. Stadt Wien: Awareness-Beauftragte wien.gv.at · Abgerufen am
  5. fzs: Leitfaden für Awareness-Teams auf Veranstaltungen des fzs fzs.de · Abgerufen am
  6. Bauhaus-Universität Weimar: Awareness Team uni-weimar.de · Abgerufen am
  7. NHS North Tees and Hartlepool: Drink and Needle Spiking nth.nhs.uk · Abgerufen am
  8. Frauennotruf Marburg: Präventionskampagne „Alle gegen K.O.-Mittel“ und Schulungen frauennotruf-marburg.de · Abgerufen am

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